Fotos enthüllen gigantisches britisches Kriegsschiff vor den ersten Seeerprobungen

Der Bau der HMS Glasgow: ein Blick auf die Zukunft der Royal Navy
Der Bau der HMS Glasgow: ein Blick auf die Zukunft der Royal Navy

Die Royal Navy steht vor einem wichtigen Abschnitt ihrer Geschichte: der Bau der ersten Typ‑26‑Fregatte, der HMS Glasgow. Neue Bildmaterialien zeigen deutlich, wie weit das Schiff auf der Clyde‑Werft vorangekommen ist, die von BAE Systems betrieben wird. Das ist nicht nur für die britische Marine interessant, sondern auch für die weltweite Rüstungsbranche, zumal sich die Fregatte den Sea Trials nähert.

Fortschritt und Meilensteine beim Bau

Die HMS Glasgow hat kürzlich einen sichtbaren Fortschritt gemacht: Das Schiff erzeugte erstmals eigene Energie. Im Dezember bestätigte BAE Systems, dass die Dieselgeneratoren der Fregatte erstmals in Betrieb genommen wurden. Damit kann das Schiff sich selbst mit Strom versorgen, während die Systemintegration weiterläuft.

Auch bei den Ausrüstungsarbeiten geht es voran: Die Antriebssysteme wurden aktiviert, und die Montage großer Komponenten schreitet voran. Vor diesem Hintergrund sind die geplanten Seetests für später in diesem Jahr realistisch. Dieser Abschnitt ist ein wichtiger Schritt vor der endgültigen Indienststellung durch die Royal Navy.

Design und technische Daten

Die HMS Glasgow zählt zu den größten Fregatten in der Geschichte der Marine, mit einer Verdrängung von rund 8.000 Tonnen und einer Länge von knapp unter 150 Metern. Diese Abmessungen spiegeln die fortschrittlichen Technologien wider, die das Schiff als „Global Combat Ship“ auszeichnen.

Kernstück ist die Hybridantriebsarchitektur, bestehend aus einer Rolls‑Royce MT30‑Gasturbine und vier Dieselgeneratoren. Damit ist nicht nur die Energieversorgung an Bord gesichert, sondern es ist auch ein „leiser Antrieb“ möglich, was besonders für die U‑Boot‑Bekämpfung wichtig ist. Die niedrige akustische Signatur ist ein zentrales Designziel und wird durch Rumpfform, Inneneinteilung und die Energieerzeugungssysteme unterstützt.

Bewaffnung und Technik an Bord

Zur Luftverteidigung gehört das Sea Ceptor‑System, das Platz für bis zu 48 Raketen in einem vertikalen Startrahmen bietet. Für spätere Erweiterungen ist ein Mark‑41 „strike length“ Launcher mit 24 Zellen vorgesehen. Als Hauptartillerie ist ein modernes 127 mm Mark‑45 Geschütz vorgesehen, das die ältere 114 mm Waffe ersetzt. Ergänzt wird die Bewaffnung durch 30 mm Geschütze, Phalanx‑CIWS und Maschinengewehre.

Bei den Sensoren und elektronischen Systemen setzt das Schiff auf moderne Technik: Das Type‑997 Artisan Radar für Luft‑ und Oberflächenüberwachung sowie fortschrittliche Sonarsysteme wie das Bug‑montierte Sonar und Sonar 2087 (geschlepptes System) sind an Bord.

Welche Rolle sie übernimmt und wo sie eingesetzt wird

Die HMS Glasgow ist speziell für die U‑Boot‑Bekämpfung im Nordatlantik ausgelegt. Dafür liegt der Fokus auf einer niedrigen akustischen Signatur und leistungsfähiger Sensortechnik. Die Fregatte gilt als Nachfolgerin der alternden Typ‑23‑Fregatten und soll das Rückgrat der britischen Marine bis weit in die 2030er Jahre hinein bilden.

Die Royal Navy plant insgesamt acht Schiffe dieser Klasse, begonnen mit der HMS Glasgow, gefolgt von Cardiff und Belfast. Internationales Interesse ist ebenfalls vorhanden: Norwegen, Kanada und Australien haben eigene Varianten des Designs übernommen.

Die HMS Glasgow steht damit für eine neue Generation maritimer Fähigkeiten, die technische Spitzentechnologie mit operativen Anforderungen verbindet. Während sich das Schiff auf die bevorstehenden Sea Trials vorbereitet, bleibt es ein Zeichen für die fortwährende Weiterentwicklung und Anpassungsfähigkeit der Royal Navy in einem sich ständig ändernden weltweiten Umfeld.