Geologen enthüllen, dass der Erdkern leckt – bald könnten 1000 Tonnen uraltes Gold freigesetzt werden

Geologische Entdeckung: der Erdkern als Quelle für Milliarden an Gold
Geologische Entdeckung: der Erdkern als Quelle für Milliarden an Gold

In einer spektakulären geologischen Studie haben Forscher der Universität Göttingen herausgefunden, dass der Erdkern Edelmetalle wie Gold in die oberen Erdschichten lecken lässt. Dieser langsame Prozess läuft über Millionen von Jahren ab und könnte unser Verständnis von natürlichen Ressourcen verändern sowie deutliche Folgen für den globalen Goldmarkt haben.

Wie der Erdkern Gold nach oben schleust

Das Team unter der Leitung von Prof. Matthias Willbold hat die Studie in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Sie zeigt, dass extreme Hitze und der enorme Druck im Erdkern Materie nach oben drücken — ein wenig wie bei einem Schnellkochtopf unter Druck. Beschrieben wird diese „aktive geochemische Leckage“, bei der sogenannte „siderophile“ (eisenliebende) Elemente wie Gold, Platin und Wolfram über Mantelplumes in die Erdkruste gelangen (Mantelplumes sind aufsteigende Strömungen im Erdmantel).

Der Prozess läuft langsam und kontinuierlich über Millionen von Jahren ab. Anders als bei einem plötzlichen Vulkanausbruch sickern die Metalle allmählich durch den Mantel zur Kruste. Prof. Willbold erklärt: „Im Kern verbergen sich 99,9 % der Edelmetalle unseres Planeten.“ Das macht deutlich, welche Potenziale dieser geologische Mechanismus hat.

Wangu in China: ein möglicher Rekordfund

Ein besonderer Fundort ist die Region Wangu in China, wo Goldvorkommen in einer Tiefe von 3.000 Metern entdeckt wurden. Mit mehr als 1.000 Tonnen Gold übertreffen diese Reserven die Quellen der derzeit größten bekannten Minen. Der geschätzte Marktwert dieses Fundes liegt bei etwa 73,6 Milliarden Euro.

Die Entdeckung von sogenanntem „urzeitlichem Gold“ wirft neues Licht auf die Herkunft dieser Ressourcen. Das Material könnte entweder aus der Entstehung der Erde stammen oder durch Meteoriteneinschläge vor Milliarden von Jahren in den Mantel gelangt sein. Diese Befunde regen zu einer Neubewertung der geologischen Prozesse an, die unseren Planeten geformt haben.

Was das für Technik und Wirtschaft bedeutet

Nach dieser Entdeckung sollen bis 2026 geologische Analysen zur Bestätigung der Herkunft des Goldes abgeschlossen sein. Es wird erwartet, dass von 2027 bis 2030 ultratiefe Bergbautechnologien entwickelt werden, gefolgt von einer großflächigen kommerziellen Förderung in den Jahren 2030 bis 2035. Nach 2035 könnten Schmuckhersteller und Goldkäufer von einem neuen Zugang zu Gold profitieren.

Damit verbunden sind weitreichende ökonomische Folgen für den globalen Goldmarkt. Schon jetzt wird deutlich, dass menschliche Bergbauaktivitäten ein deutlich schnelleres Tempo verfolgen als die langsamen geologischen Prozesse, durch die das Gold entstanden ist.

Warum Forschung und Industrie das interessiert

Ein leichterer Zugang zu solchen riesigen Goldvorkommen könnte die biomedizinische Forschung und technologische Innovationen deutlich beschleunigen. Gold ist nicht nur in der Schmuckindustrie gefragt, sondern spielt auch in der Elektronik (etwa in Leiterplatten und Prozessoren) sowie in medizinischen Anwendungen eine Rolle — zum Beispiel bei einigen Krebsbehandlungen und schnellen Diagnose-Tests.

Diese Entdeckung zeigt, dass unser Planet noch immer voller Überraschungen steckt. Neue geologische Mechanismen wie die Erdkernleckage erweitern unser Verständnis und fördern technologische sowie industrielle Entwicklungen, die unser Leben auf verschiedene Weise verändern könnten. Das gibt Stoff zum Nachdenken und spricht für verstärktes Engagement in den Geowissenschaften und in der Bergbauinnovation.