Ist es sicher, das Handy-Ladegerät ständig eingesteckt zu lassen?

In einer Welt, die immer abhängiger von Technik ist, dreht sich vieles um die Frage, wie wir Geräte laden. Ob Handy, Tablet, Bluetooth-Kopfhörer oder E-Bike — sie brauchen regelmäßig Strom, damit sie funktionieren. Eine oft gestellte Alltagsfrage lautet: “Kann man ein Telefonladegerät dauerhaft eingesteckt lassen?” Darauf geht der Podcast der Abendausgabe in einem seiner täglichen Beiträge ein — eine Frage, die sowohl praktisch als auch sicherheitsrelevant ist.
Welche Geräte sind betroffen — und wie laden wir sie?
Ladegeräte sind im Alltag überall: Besonders Handys werden oft “jeden Abend” ans Netz gehängt, damit sie den nächsten Tag durchhalten. Ein Ladegerät neben dem Nachttisch ist praktisch, weil das Telefon so morgens voll startklar ist. Auch Tablets, Bluetooth-Kopfhörer, Fotoapparate und elektrische Fahrräder brauchen regelmäßiges Laden. Weil viele dieser Geräte lange oder ständig angeschlossen bleiben, stellt sich die Frage nach Energieverbrauch und Sicherheit.
Glen Farivar, ein Hochschuldozent für Elektronik an der Universität Melbourne, erklärt die technische Seite: Ladegeräte wandeln Wechselstrom aus der Steckdose in niedrigspannungs-Gleichstrom um. Dieser Umwandlungs- und Steuerungsprozess ist nicht völlig effizient. “Ein Teil dieser Energie wird verwendet, um die Steuerungs- und Schutzschaltungen zu betreiben, während der Rest in Form von Wärme verloren geht”, erklärt Farivar.
Stromverbrauch und Kosten
Ein wichtiger Punkt bei der Frage, ob Ladegeräte eingesteckt bleiben dürfen, ist der Stromverbrauch. Die Webseite Les Numériques hat 2024 einen Test gemacht und herausgefunden, dass ein ungenutztes Ladegerät mehr als 5.200 Wh pro Jahr verbrauchen kann. Das entsprach zum Zeitpunkt des Tests etwa 1,33 €. Auf den ersten Blick wirkt das wenig, aber in einem Haushalt mit mehreren Geräten summiert sich dieser Phantomverbrauch.
In Deutschland nennt man den Leerlaufverbrauch oft “Geisterenergie” oder “Vampir-Energie” — Begriffe, die ganz gut beschreiben, wie Strom still und heimlich verloren geht, obwohl das Gerät praktisch nicht genutzt wird. Experten raten deshalb, Ladegeräte zwischen den Nutzungen aus der Steckdose zu ziehen, um Energieverschwendung und Brandrisiko zu reduzieren. (Leerlaufverbrauch = Stromverbrauch, wenn das Ladegerät eingesteckt ist, aber kein Gerät lädt.)
Sicherheit: Risiken und Tipps
Der Standby-Verbrauch sorgt nicht nur für unnötige Kosten, sondern erzeugt auch Wärme — und Wärme kann ein Brandrisiko sein. Dieses Risiko ist nicht null, vor allem bei billigen Ladegeräten, die überhitzen können. Neuere Ladegeräte sind in der Regel sicherer und effizienter, wenn sie nicht in Benutzung sind. Trotzdem bleibt die Empfehlung bestehen: Ausstecken reduziert das Risiko weiter.
Glen Farivar betont, dass das Ausstecken den Energieverbrauch, damit die Kosten und auch die Wärmeentwicklung deutlich senkt. Wirtschaftlich gesehen sind einzelne Beträge klein, doch zusammen können sie beim Haushaltsstrom ins Gewicht fallen.
Angesichts der nicht zu vernachlässigenden Risiken und des schleichenden Stromverbrauchs lohnt es sich, den Umgang mit Ladegeräten zu überdenken. Auch wenn der finanzielle Effekt eines einzelnen Ladegeräts gering erscheint, kann die Gesamtsumme in einem Haushalt mit vielen Elektrogeräten deutlich größer werden.
Deshalb lohnt es sich, die Energiebilanz für den nächsten Tag zu optimieren und Ladegeräte bewusst aus der Steckdose zu ziehen — das schont den Geldbeutel, ist besser für die Umwelt und erhöht die Sicherheit zu Hause.