Kein Zurück: Entdecke Chrysalis, das 58-Kilometer-Raumschiff, geschaffen, um 1.000 Menschen für immer von der Erde zu bringen

Das Chrysalis‑Projekt: ein Blick auf das generationenübergreifende Raumschiff
Das Chrysalis‑Projekt: ein Blick auf das generationenübergreifende Raumschiff

Das Projekt “Chrysalis” ist ein spannender Schritt Richtung interstellares Reisen. Ziel ist, ein Generationenschiff zu entwerfen, das Menschen über Jahrhunderte zu neuen Welten bringt. Das Chrysalis‑Design hat 2025 einen internationalen Wettbewerb gewonnen. Das Konzept wirft viele technische und soziale Fragen auf und zeigt, wie lang der Weg bis zur Umsetzung noch sein dürfte.

So ist das Schiff aufgebaut

Das Raumschiffdesign “Chrysalis” ist in seiner Struktur bemerkenswert. Es ist 58 Kilometer lang und besteht aus ineinandergreifenden Zylindern, die entgegengesetzt rotieren, um Zentrifugalkraft zu erzeugen und so etwa 0,9-fache Erdgravitation zu simulieren. Dadurch müssten die Menschen nicht dauerhaft in Schwerelosigkeit leben.

Eine Herausforderung ist, Drehbewegungen zu vermeiden, die Desorientierung verursachen können. Deshalb ist die Rotationsrate auf rund 2 Umdrehungen pro Minute begrenzt.

Wie lange die Reise dauert und wer an Bord lebt

Die geschätzte Reisezeit bis zum Ziel liegt bei vier Jahrhunderten. Im Antriebsplan sind je ein Jahr für Beschleunigung und ein Jahr für Abbremsen vorgesehen, was zusammen 402 Jahre ergibt. An Bord sollen 2.400 Personen leben, die Wissen über 16 Generationen weitergeben. Diese Menschen würden weder die Welt, die sie verlassen, noch die Zielwelt persönlich erleben.

Technische Hürden und logistische Voraussetzungen

Für den Zusammenbau einer solchen Struktur im All denkt man an die Nutzung der Lagrange‑Punkte (Stellen im Erde–Sonne‑System, an denen sich Gravitations- und Zentrifugalkräfte ausgleichen). Die NASA definiert diese als gravitationsstabile Gebiete. Das ist nötig, weil kein aktuelles Start‑ oder Montagesystem die Bauteile direkt von der Erde ins Ziel bringen könnte.

Als Antrieb ist ein Direct Fusion Drive vorgesehen, das mit Helium‑3 und Deuterium arbeitet. Ein solcher Antrieb existiert bislang nicht in der benötigten Form. Offizielle Zeitpläne sehen Demonstrationsreaktoren als “Jahrzehnte voraus” an.

Strahlung und Schutz

Kosmische Strahlung ist ein erhebliches Risiko. Es bräuchte eine Abschirmung, deren Dicke über das hinausgeht, was heutige Technologien bieten. Passende Materialien für eine so langfristige Strahlungsabschirmung sind bisher ungetestet.

Gesellschaft an Bord und Lebenserhaltung

Die soziale Stabilität an Bord ist besonders wichtig. Die Crew‑Auswahl orientiert sich an Erfahrungen aus Antarktis‑Überwinterungsstationen, um psychische Belastungen zu erkennen. Vorgeschlagen wird eine gemeinschaftsbasierte Kindererziehung und freiwillige Geburtenabstände. Eine Künstliche Intelligenz soll bei Entscheidungen unterstützen.

Bei den Lebenserhaltungssystemen setzt das Design auf vollständig integrierte biologische Kreisläufe für Wasser und Nahrung. Frühere Projekte wie ISS‑Experimente oder Biosphere 2 (ein früherer Versuch, geschlossene Ökosysteme zu testen) zeigten, dass stabile ökologische Systeme ohne externe Versorgung schwer zu erreichen sind.

Das Chrysalis‑Projekt steht vor vielen Herausforderungen — von technischen Hürden bis zu sozialen und ökologischen Fragen. Jede im Design entwickelte Idee hat neue Forschungsfelder eröffnet und zu weiterführenden Überlegungen in verschiedenen Disziplinen angeregt. Auch wenn die Menschheit noch lange nicht bereit ist, ein solches Generationenschiff zu bauen, dient das Projekt “Chrysalis” als inspirierende Plattform für Innovation und Zukunftsdenken. Die Vorstellung einer Generationenreise in die Tiefen des Universums regt zum Nachdenken an und könnte eines Tages den Beginn einer neuen Ära des interstellaren Reisens markieren.